Papst Benedikt im Dialog (7)
kleine Gemeinschaft: Kloster Helfta
Andreas antwortet auf Dialog (4)
Ich habe die Zusammenstellung von den kleinen christlichen Gemeinschaften auf mich wirken lassen.
Ich denke, das Kloster Helfta ist so eine kleine Gemeinschaft.
Anfang Oktober war ich mit meinem Weihekurs in Erfurt und dabei auch in Helfta. Es war für mich der innere Höhepunkt. Da habe ich etwas von dem erlebt, was der Papst wohl wollte.
2% der Bevölkerung in der Diözese Magdeburg sind katholisch. Und die drohen in der oft “heidnischen” Umwelt und geistlichen “Wüste” absorbiert zu werden. Und da übernehmen ein paar „schwache“ Schwestern ein Riesengelände, das als Kolchose benutzt worden ist, um diese zu einer kleinen Oase in der Wüste umzuwandeln.
Kernpunkte sind:
Einmal das Gebet, das sie mit großer Treue Tag für Tag verrichten in der recht herben Kirche, die z.T. alt, z.T. neu ist (auch kennzeichnend!);
dann ein Netzwerk von Menschen, denen dieses Zentrum ein Anliegen ist.
Schließlich die vorsehungsgläubige Schau: was ist jetzt dran?
So ist inzwischen neben dem Kloster ein Bildungszentrum entstanden; ein Hotel, das Gäste beherbergt; ein Gebäude ist als Standesamt vermietet, die Bevölkerung soll damit in Kontakt kommen. Die Angebote gerade im Hotel sind sehr “weltlich”. Es gibt keine Berührungsängste mit der Welt.
Das erfordert viel, viel Kleinarbeit. Vieles wächst, vieles liegt noch brach, aber Menschen werden aufmerksam, kommen, werden angefragt. Vor allem von den Schwestern ist herber Alltagsglaube, ein Senfkornglaube, gefragt.
Ich hatte schon von Helfta gehört und mir ein blühendes Zentrum vorgestellt. Doch jetzt kommt es mir eher im Stadium eines Weizenkorns vor, das in die Erde fällt; erste zarte Keime kommen aus dem Boden. Das ist vielleicht noch beeindruckender.
Aktualisiert am 8. November 2011


