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Glut des Glaubens

Wie gelingt es, die Glut unseres Glaubens, die so oft von der Asche des Alltags verdeckt wird, neu zum Lodern zu bringen?
Wie gelingt uns in Kirche und Gesellschaft ein Blick nach vorne, eine Perspektive des Frühlings?

Erzbischof Robert Zollitsch

Papst Benedikt im Dialog (6)

Konfessionsverschiedene Ehe
Geschieden-  und Wiederverheiratete in der eigenen Familie
Homosexualität im Freundeskreis

So viele Beiträge zu diesen Themen habe ich in den Medien gehört und gelesen, dass ich nicht auch noch einen Kommentar dazu abgeben müsste. Aber nein, wer betroffen ist, sollte nicht schweigen!

Konfessionsverschiedene Ehe – in letzter Zeit begegnet mir öfters die schöne Formulierung konfessionsverbindende Ehe. Hier hätte ich mir ein Wort des Papstes gewünscht. Dass der allgemeinen Einladung an andere Konfessionen zu Abendmahl- und Eucharistiefeiern von katholischer Seite her kirchenrechtliche Fragen noch im Wege stehen mögen, ist eine Seite. Dass aber in christlicher, im Sakrament der Ehe verbundene Paare nicht gemeinsam zum Tisch des Herrn geladen sein sollen, ist ein Schmerz, der eine nicht heilende Wunde offen lässt.
Ich habe einmal den Gottesdienst verlassen, weil ich es nicht mehr ertragen konnte, mit allen Menschen um mich ‚Kommunion – Gemeinschaft’ zu haben („Ein Brot ist es. Darum sind wir viele  e i n  Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot.“ 1 Kor. 10,17) nur nicht mit dem Menschen, mit dem ich mein Leben teile.
Erst in den letzten Jahren haben wir den Weg erkannt und beschritten, uns vom Gemeindepfarrer  – der uns seit vielen Jahren kennt – in einem persönlichen Gespräch die Zusage geben zu lassen, dass der evangelische Partner zum Empfang der Kommunion willkommen ist.
Diese Zusage würden wir uns ganz offiziell von Papst Benedikt wünschen für alle Paare, die  verschiedenen christlichen Konfessionen angehören und gemeinsam zum Abendmahl und zur Kommunion gehen möchten.

Vor Gott und im eigenen Gewissen vor ihm sehe ich auch die verantwortende Elternschaft für unsere beiden Kinder.

Für geschiedene und wieder verheiratete Menschen kann ich verstehen, dass Papst Benedikt nicht von dem abweichen kann, was die Unauflöslichkeit der christlichen Ehe bedeutet. Denn nur, weil ein so hohes Gut in der heutigen Realität immer schwieriger zu leben sein kann, kann es nicht die Lösung sein, davon abzuweichen. Unauflöslichkeit ist das Ideal. Eine zerbrochene Ehe wird jeder als ein Scheitern empfinden. Aber nun für immer  alleine leben zu sollen, ist oft auch eine Überforderung.
Unser Erzbischof Zollitsch sagt dazu hoffnungsvolle Worte: Ich glaube …, dass wir in der Frage der Wiederverheirateten Geschiedenen weiterkommen werden – zu meinen Lebzeiten. Dies sei eine Frage der Barmherzigkeit. (Man hört, dass dies auch von der Bischofskonferenz kirchenrechtlich entschieden werden könnte.)
Im Stillen wird diese Barmherzigkeit sicher schon oft geübt. In der eigenen Familie konnte ich es erfahren. Unsere Tochter, die als wiederverheiratete Geschiedene an der Nicht-zulassung zur Kommunion gelitten hat, hat ein langes Gespräch mit ihrem Pfarrer geführt. Am Ende des Gespräches hat er sie gesegnet und die trostvollen Worte gesagt: Ich lade sie ein, zur Kommunion zu kommen.

Zur Homosexualität, zur Stellung von Gesellschaft und unserer Kirche dazu, finde ich mich  total hilf- und sprachlos.
Der Sohn von langjährigen Freunden von uns ist homosexuell. Wir haben ihn heranwachsen sehen seit frühesten Kindertagen. Wir sind froh und dankbar, dass ihm in unserem ganzen Freundeskreis immer mit Zuneigung und Wertschätzung begegnet wurde und wird.

Über Homosexualität kann ich mir keine Meinung bilden. Nur so viel glaube ich zu erkennen: Auswüchse und öffentliches Zur-Schau-Stellen haben sich nur aus der Ausgrenzung, aus Nichtachtung der Würde von Betroffenen, aus An-den-Pranger-Stellen entwickelt.

Guter Gott, hilf uns, dass wir nie

Die Liebe
Den Glauben
Die Hoffnung
Eines anderen

ZERTRETEN.

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Aktualisiert am 14. Oktober 2011

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