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		<title>Ich klage die Kirche nicht an.</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 15:19:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kurt faulhaber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeitzeichen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe einen Film gemacht über die Krise eines Papstes als Mensch.
&#160;
Zum neuen Film von Nanni Moretti: 
„Habemus Papam &#8211; Ein Papst büxt aus“.

Als hinge über ihnen das Damoklesschwert des Richters in den Fresken der Sixtinischen Kapelle, so wählen die Kardinäle einen neuen Papst. Mit inbrünstigen Gebeten: Nicht ich, Herr! Man hatte einen anderen Film Weiterlesen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #800000;"><strong><span style="font-size: large;">Ich habe einen Film gemacht über die Krise eines Papstes als Mensch.</span></strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Zum neuen Film von Nanni Moretti: </strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>„Habemus Papam &#8211; Ein Papst büxt aus“.</strong></span></p>
<p><span style="color: #008000;"><strong><br /></strong></span></p>
<p>Als hinge über ihnen das Damoklesschwert des Richters in den Fresken der Sixtinischen Kapelle, so wählen die Kardinäle einen neuen Papst. Mit inbrünstigen Gebeten: Nicht ich, Herr! <span id="more-282"></span><br />Man hatte einen anderen Film von Nanni Moretti erwartet: Kardinäle, die machtversessen ihren Kandidaten durchsetzen. Einen Skandalfilm über Finanzaffären des Vatikans, Seilschaften, Intrigen, sexuellen Missbrauch und das Vertuschen von alldem. Doch Moretti – Atheist („der Glaube hat mich verlassen“) mit „großer Distanz“ zur katholischen Kirche; keine Liebe zu ihr aber auch ohne Hass auf sie – wollte nicht drehen, worüber sich schon viele ausgelassen haben. Was er zeigen wollte: „meinen Vatikan, meine Kardinäle und meinen Papst …, wie ich sie mir vorstelle“, seine Vision von Kirche, mit Humor, fernab der Realität.</p>
<p>Der Neugewählte – gespielt mit Herzlichkeit und menschlicher Wärme von Michel Piccoli (der persönlich nicht an Gott glaubt) – bringt kaum sein „Si“ zur Annahme der Wahl über die Lippen. Im Moment, als Hunderttausende seinen Namen hören und sein Gesicht sehen wollen, gerät er in Panik, schreit auf und lauft buchstäblich davon. „Ich wollte einen Menschen porträtieren, der vor der absoluten Macht zurückschreckt, unter Selbstzweifeln leidet und befürchtet, den Ansprüchen nicht genügen zu können. Kein Stellvertreter Gottes auf Erden, sondern ein in den Strukturen des Vatikans verlorener Mann mit einer inneren Leere.“</p>
<p>Kurz darauf: der Balkon auf dem Petersplatz, zu dem alle gebannt aufblicken, ist leer, „für mich ein zentrales Bild des Films.“ Der Vorhang, der das Mysterium verhüllt und zeigt, wird vom Wind sanft bewegt. Es zeigt sich: ein schwarzes Loch als Zentrum der Kirche.</p>
<p>Am Ende tritt er doch vor die Massen. Er hat seine Souveränität wieder gefunden. Mit bewegender Menschlichkeit und großer Freiheit entschuldigt er sich und verkündet er: &#8220;Ich schaffe das nicht&#8221; – &#8220;Non ce lo faccio&#8221;.</p>
<p>Das also ist die Vision Kirchenferner und Nichtglaubender: ein „Unfehlbarer“, der Selbstzweifel kennt; eine Kirche, die ihre Unzulänglichkeiten zeigt, zu ihren Ängsten steht, ihre Grenzen aufzeigt, ihr Fehlverhalten benennt und bekennt, ihr Scheitern gesteht. Eine demütige Kirche, von der die Menschen sagen können: Das ist meine Kirche!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Papst Benedikt im Dialog (7)</title>
		<link>http://www.kirche-innovativ.de/dialogprozess/papst-benedikt-im-dialog-4a/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 11:29:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kurt faulhaber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dialogprozess]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160;
kleine Gemeinschaft: Kloster Helfta  
&#160;
Andreas antwortet auf  Dialog (4)

Ich habe die Zusammenstellung von den kleinen christlichen Gemeinschaften auf mich wirken lassen.
&#160;
Ich denke, das Kloster Helfta ist so eine kleine Gemeinschaft.
Anfang Oktober war ich mit meinem Weihekurs in Erfurt und dabei auch in Helfta. Es war für mich der innere Höhepunkt. Da habe ich etwas Weiterlesen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #0000ff;"><strong><span style="font-size: medium;">kleine Gemeinschaft: Kloster Helfta</span></strong></span> <em><span style="color: #333333;"><strong> </strong></span></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><span style="color: #333333;"><strong>Andreas </strong></span></em><span style="color: #333333;"><strong>antwortet auf  Dialog (4)</strong></span></p>
<p><em><span style="color: #333333;"><strong><br /></strong></span></em></p>
<p>Ich habe die Zusammenstellung von den kleinen christlichen Gemeinschaften auf mich wirken lassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich denke, das Kloster Helfta ist so eine kleine Gemeinschaft.</p>
<p><span id="more-273"></span>Anfang Oktober war ich mit meinem Weihekurs in Erfurt und dabei auch in Helfta. Es war für mich der innere Höhepunkt. Da habe ich etwas von dem erlebt, was der Papst wohl wollte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>2% der Bevölkerung in der Diözese Magdeburg sind katholisch. Und die drohen in der oft &#8220;heidnischen&#8221; Umwelt und geistlichen &#8220;Wüste&#8221;  absorbiert zu werden. Und da übernehmen ein paar „schwache“ Schwestern ein Riesengelände, das als Kolchose benutzt worden ist, um diese zu einer kleinen Oase in der Wüste umzuwandeln.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Kernpunkte sind:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Einmal das Gebet, das sie mit großer Treue Tag für Tag verrichten in der recht herben Kirche, die z.T. alt, z.T. neu ist (auch kennzeichnend!);</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>dann ein Netzwerk von Menschen, denen dieses Zentrum ein Anliegen ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Schließlich die vorsehungsgläubige Schau: was ist jetzt dran?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>So ist inzwischen neben dem Kloster ein Bildungszentrum entstanden; ein Hotel, das Gäste beherbergt; ein Gebäude ist als Standesamt vermietet, die Bevölkerung soll damit in Kontakt kommen. Die Angebote gerade im Hotel sind sehr &#8220;weltlich&#8221;. Es gibt keine Berührungsängste mit der Welt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das erfordert viel, viel Kleinarbeit. Vieles wächst, vieles liegt noch brach, aber Menschen werden aufmerksam, kommen, werden angefragt. Vor allem von den Schwestern ist herber Alltagsglaube, ein Senfkornglaube, gefragt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich hatte schon von Helfta gehört und mir ein blühendes Zentrum vorgestellt. Doch jetzt  kommt es mir eher im Stadium eines Weizenkorns vor, das in die Erde fällt; erste zarte Keime kommen aus dem Boden. Das ist vielleicht noch beeindruckender.</p>
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		</item>
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		<title>Papst Benedikt im Dialog (6)</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 19:18:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kurt faulhaber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dialogprozess]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer betroffen ist, sollte nicht schweigen

Wieseli antwortet auf Beitrag (3): 
Gedanken zum Glauben im realen Leben

Spontan wollte ich mich zu diesem Beitrag äußern, weil ich in gleichen Situationen lebe– zumindest im ersten Teil -, wie sie die Verfasserin in großer Freiheit und erfrischender Weise beschreibt.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="font-size: medium; color: #000080;">Wer betroffen ist, sollte nicht schweigen</span></strong></p>
<p><strong><span style="font-size: medium; color: #000080;"><br /></span></strong></p>
<p><strong><em>Wieseli </em>antwortet auf Beitrag (3): </strong></p>
<p><strong>Gedanken zum Glauben im realen Leben</strong></p>
<p><strong><br /></strong></p>
<p>Spontan wollte ich mich zu diesem Beitrag äußern, weil ich in gleichen Situationen lebe<br />– zumindest im ersten Teil -, wie sie die Verfasserin in großer Freiheit und erfrischender Weise beschreibt.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Papst Benedikt im Dialog (5)</title>
		<link>http://www.kirche-innovativ.de/dialogprozess/papst-benedikt-im-dialog-5/</link>
		<comments>http://www.kirche-innovativ.de/dialogprozess/papst-benedikt-im-dialog-5/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 13 Oct 2011 09:52:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kurt faulhaber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dialogprozess]]></category>

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		<description><![CDATA[„Wenn er nur mehr zugehört hätte“
&#160;
Glaubenspilger analysierten auf dem Berg Moriah den Papstbesuch
&#160;
Stimmen der Teilnehmer, zusammengestellt von Diana Deutsch

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong><span style="color: #000080;">„Wenn er nur mehr zugehört hätte“</span></strong></h1>
<p>&nbsp;</p>
<p>Glaubenspilger analysierten auf dem Berg Moriah den Papstbesuch</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Stimmen der Teilnehmer, zusammengestellt von Diana Deutsch</em></p>
<p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Papst Benedikt im Dialog (4)</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Oct 2011 15:54:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kurt faulhaber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dialogprozess]]></category>

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		<description><![CDATA[„Es wird kleine Gemeinschaften geben“

Vision Papst Benedikts 
für die Kirche in Deutschland

Man hat es gehört – vielleicht nebenbei – das Wort Papst Benedikts von den „Kleinen Gemeinschaften“. Ohne die Tragweite zu ahnen.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000080;"><strong><span style="font-size: large;">„Es wird kleine Gemeinschaften geben“</span></strong></span></p>
<p><span style="color: #000080;"><strong><span style="font-size: large;"><br /></span></strong></span></p>
<p><span style="color: #993300;"><strong><span style="font-size: medium;">Vision Papst Benedikts </span></strong></span></p>
<p><span style="color: #993300;"><strong><span style="font-size: medium;">für die Kirche in Deutschland</span></strong></span></p>
<p><span style="font-size: large; color: #0000ff;"><br /></span></p>
<p>Man hat es gehört – vielleicht nebenbei – das Wort Papst Benedikts von den „Kleinen Gemeinschaften“. Ohne die Tragweite zu ahnen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Papst Benedikt im Dialog (3)</title>
		<link>http://www.kirche-innovativ.de/dialogprozess/papst-benedikt-im-dialog-3/</link>
		<comments>http://www.kirche-innovativ.de/dialogprozess/papst-benedikt-im-dialog-3/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 14:44:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kurt faulhaber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dialogprozess]]></category>

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		<description><![CDATA[ N. N. :  Gedanken zum Glauben im realen Leben
&#160;
Wer viel redet, versteht wenig.Armenisches Sprichwort

Aus Anlass des Papstbesuches habe ich mich entschlossen, meine Zweifel im Glauben einmal zusammen zu fassen und einen realistischen Blick auf unsere aktuellen Lebensumstände zu werfen. 
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="font-size: medium; color: #0000ff;"><em><span style="color: #000000;"> </span></em></span></strong><strong><em>N. N. :</em></strong><span style="color: #000080;"><strong><span style="font-size: medium;"><em> </em> <span style="background-color: #ffffff;">Gedanken zum Glauben im realen Leben</span></span></strong></span></p>
<p style="text-align: center;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>Wer viel redet, versteht wenig.</em></strong><br /><em>Armenisches Sprichwort</em></p>
<p style="text-align: center;"><em><br /></em></p>
<p>Aus Anlass des Papstbesuches habe ich mich entschlossen, meine Zweifel im Glauben einmal zusammen zu fassen und einen realistischen Blick auf unsere aktuellen Lebensumstände zu werfen. </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Papst Benedikt im Dialog (2)</title>
		<link>http://www.kirche-innovativ.de/allgemein/papst-benedikt-im-dialog-2/</link>
		<comments>http://www.kirche-innovativ.de/allgemein/papst-benedikt-im-dialog-2/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 20:58:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kurt faulhaber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kirche-innovativ.de/?p=221</guid>
		<description><![CDATA[Dr. Peter Wolf: begeistert &#8211; stolz &#8211; überwältigend 
&#160;
Von der Rede unseres Papstes vor dem Deutschen Bundestag bin ich nach wie vor richtig begeistert, ja sogar stolz auf unseren Papst.Wenn man dazu nimmt, welche Wand und was für Widerstände im Vorfeld aufgebaut waren, kann man nur sagen, da ist etwas aufgeleuchtet, was das Dunkel einfach Weiterlesen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Dr. Peter Wolf: </em></strong><span style="font-size: medium;"><strong><span style="color: #000080;">begeistert &#8211; stolz &#8211; überwältigend </span></strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Von der Rede unseres Papstes vor dem Deutschen Bundestag bin ich nach wie vor richtig begeistert, ja sogar stolz auf unseren Papst.<br />Wenn man dazu nimmt, welche Wand und was für Widerstände im Vorfeld aufgebaut waren, kann man nur sagen, da ist etwas aufgeleuchtet, was das Dunkel einfach überstrahlt und überwunden hat. Aber so strahlend konnte das nicht in 17 Reden weitergehen.<span id="more-221"></span></p>
<p>Ich habe mich auch sehr gefreut über die positive Welle von Freude am Glauben, die er in einer Stadt wie Berlin auslösen könnte.<br />Das ist ein Geschenk, das ist ein Wirken des Geistes Gottes gegen den Ungeist, der gleichzeitig in der Umgebung demonstriert und zelebriert wurde.</p>
<p>Ich habe auch den Eindruck, dass viele Menschen in den neuen Bundesländern nach so viel gegenteiligen Erfahrungen in ihrer Geschichte wirklich diese Stimmung des Papstbesuches in Erfurt und am Marienwallfahrtort im Eichsfeld in sich aufgesogen und daraus neue Kraft geschöpft haben. Dafür allein hätte sich der Papstbesuch gelohnt.</p>
<p>Mit Erfurt und der Begegnung mit der evangelischen Kirche waren Hoffnungen geweckt, die nicht in Erfüllung gingen und Enttäuschungen hinterlassen haben.<br />Dabei war die Wahl des Ortes mit dem Augustiner-Kloster, wo Luther lebte, und die Bemühung, sogar mehr Zeit dafür zu nehmen, ein wahrhaft positives Zeichen.<br />Auch ich hätte mir sehr gewünscht, dass unser Papst als großer Theologe und als Mann aus Deutschland eine Initiative im Blick auf das bevorstehende Lutherjubiläum gesetzt hätte, wie z.B. die Aufforderung zur theologischen Aufarbeitung der Fragen um das noch trennende Kirchen- und Amtsverständnis.</p>
<p>Ich verstehe und teile besonders die Enttäuschung im Kontext der Frage um den Umgang mit den Geschieden-Wiederverheiraten Diese Not stand so deutlich im Raum, dass ein Übergehen ohne Erwähnung Unverständnis hervorgerufen hat.<br />Sogar der Bundespräsident und der Vorsitzende der Bischofskonferenz hatten diese Sorge ins Wort gebracht.<br />Das ist nicht die Stimmung einer Minderheit oder einer aggressiven Presse. Mir tut es leid, dass dadurch bei vielen eine Einschätzung der Ängstlichkeit auf Seiten unseres Heiligen Vaters entstanden ist.</p>
<p>In Freiburg habe ich die große Messe am Sonntagmorgen erleben dürfen. Es war für mich überwältigend, wie viele Menschen sich da auf den Weg gemacht und wirklich Gottesdienst gefeiert haben. Ich habe mich an der großen Liturgie gefreut, die durchaus Stil hatte und durch musikalisch hohe Qualität und Reichtum beeindruckte.<br />Wie in Berlin war auch hier eine gute Konzentration auf das Evangelium im Sinne einer Homilie (nicht einer Rede) gelungen.</p>
<p>Eine Rede erwartete ich mit vielen bei der Schlussveranstaltung im Konzerthaus. 1300 geladene Gäste aus ganz Deutschland waren zusammengekommen und in gespannter Erwartung. Mich beeindruckte auch, wie es unserem Erzbischof Robert erneut gelang, die Gäste auf eine ganz gute und wertschätzende Weise zu begrüßen und dem Heiligen Vater zuzuführen. Nach wunderbarer Musik kam dann die Rede des Heiligen Vaters, die im Nachhinein recht unterschiedliches Echo findet. Im Laufe dieser Veranstaltung ist der Heilige Vater zweimal fast gestürzt. Ich hatte geradezu ein wenig Angst um ihn. In dieser Rede ging es stark um das Kirchenbild, um Kirche und Gesellschaft, um das Ineinander von Kirche und Welt. Besonders das Wort von der &#8220;Entweltlichung&#8221; der Kirche hat im Nachhinein Unruhe und Unsicherheit gestiftet. Mit manchen aus unserer Bewegung hätte ich mir gewünscht, dass die Vision Pater Kentenichs von der Kirche als &#8220;Seele der künftigen Weltkultur&#8221; am Ende gestanden hätte. <br />Aber vielleicht sollte für uns auch klar werden, dass wir zu dem vielen, was der Heilige Vater gebracht hat, auch noch etwas von unserem „Vater Kentenich“ dazu legen können und sollen für die Zukunft der Kirche in unserem Land.</p>
<p>Beim Abschiedswort in Lahr auf dem Flugplatz ist fast versteckt eine kleine Passage, die uns und den Bewegungen und allen, die in den Gemeinden auf lebendige Kreise hinarbeiten, Mut für die Zukunft machen kann: &#8220;Ich möchte die Kirche in Deutschland ermutigen, mit Kraft und Zuversicht den Weg des Glaubens weiterzugehen, der Menschen dazu führt, zu den Wurzeln, zum wesentlichen Kern der Frohbotschaft Christi zurückzukehren. Es wird kleine Gemeinschaften von Glaubenden geben – und es gibt sie schon –, die in die pluralistische Gesellschaft mit ihrer Begeisterung hineinstrahlen und andere neugierig machen, nach dem Licht zu suchen, das Leben in Fülle schenkt&#8221;.</p>
<p>Lasst uns austauschen und zusammenlegen, was dieser Papstbesuch in uns ausgelöst hat.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Papst Benedikt im Dialog</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Sep 2011 20:27:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kurt faulhaber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dialogprozess]]></category>

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		<description><![CDATA[Kurt Faulhaber: Am Ende des Besuchs 
von Papst Benedikt bin ich bewegt 
-    von seiner Persönlichkeit, wie er nicht nur die Liebe Gottes in den Mittelpunkt stellt, sondern selber viel von der Güte, Freundlichkeit und Weisheit Gottes ausstrahlt;
-    wie Papst Benedikt im Konzerthaus aufgerüttelt hat mit der Forderung nach „Entweltlichung“ der Kirche. Es erinnert mich Weiterlesen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong><span style="font-size: small;">Kurt Faulhaber:</span></strong></em><span style="color: #000080;"><strong><span style="font-size: medium; background-color: #ffffff;"> Am Ende des Besuchs </span></strong></span></p>
<p><span style="color: #000080;"><strong><span style="font-size: medium; background-color: #ffffff;">von Papst </span></strong><strong><span style="font-size: medium; background-color: #ffffff;">Benedikt</span></strong><strong><span style="font-size: medium; background-color: #ffffff;"> bin ich bewegt </span></strong></span></p>
<p><span id="more-213"></span>-    von seiner Persönlichkeit, wie er nicht nur die Liebe Gottes in den Mittelpunkt stellt, sondern selber viel von der Güte, Freundlichkeit und Weisheit Gottes ausstrahlt;</p>
<p>-    wie Papst Benedikt im Konzerthaus aufgerüttelt hat mit der Forderung nach „Entweltlichung“ der Kirche. Es erinnert mich an Worte Kentenichs wie: „sinngemäße juristisch-organisatorische Machteinschränkung und Entmachtung“; „Zurückdrängung … der Überbetonung des Menschlichen, ob es sich dreht um Gesetze, die wir uns selber gegeben, … ob es sich dreht um die Abhängigkeit vom Staate“; „Geöffnetsein bis zum äußersten für das Göttliche, für den Heiligen Geist“;</p>
<p>-    dass Papst Benedikt sich einen großen zweiten ökumenischen Fortschritt vorstellen kann (nach der ökumenischen Öffnung in Folge der Nazizeit), wenn sich die Konfessionen gemeinsam der Herausforderung des Säkularisierungsdruckes stellen durch einen „neu gedachten und neu gelebten Glauben“. (Ansprache im Augustinerkloster Erfurt);</p>
<p>-    wie Papst Benedikt vor dem Bundestag eine Lanze gebrochen hat dafür, dass aus dem Sein das Sollen folgt. Er hat die Bedeutung dieser Wahrheit und die Dramatik ihres Verlustes aufgezeigt. Für Kentenich war das eine Grundsäule seines Denkens und eine der drei Haupterkenntnisquellen des Willens Gottes. (Sein, Zeit und Seele)</p>
<p>Andererseits bin ich enttäuscht, <br />-    dass Papst Benedikt einfach schweigt zu dem, was so viele Menschen ihn dringend fragen (wie Wiederverheiratete)<br />-    dass er in der Ökumene keine Anstöße nach vorne gegeben hat (wie es sein Vorgänger tat, woran er dankbar und gern erinnerte)<br />-    dass er den Dialogprozess der deutschen Kirche nicht bestärkt, ihm keinen Schub gegeben hat (außer der Bemerkung bei der Eucharistie in Freiburg, Demut mache Gesprächsprozesse fruchtbar)<br />-    dass das Thema „Wo Gott ist, da ist Zukunft“ fast nur verbal wahrnahm. Ich vermisste die Dynamik nach vorne.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Süd-Skizze zur Stadtkirche Heidelberg</title>
		<link>http://www.kirche-innovativ.de/allgemein/sud-skizze-zur-stadtkirche-heidelberg/</link>
		<comments>http://www.kirche-innovativ.de/allgemein/sud-skizze-zur-stadtkirche-heidelberg/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 Jul 2011 13:38:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kurt faulhaber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kirche-innovativ.de/?p=183</guid>
		<description><![CDATA[14 Pfarreien hat Heidelberg. Aus ihnen soll bis 2015 eine einzige Kirchengemeinde werden: die Stadtkirche Heidelberg. So die Planung. Darauf arbeiten verschiedene Gremien hin. Die folgende „Südskizze“ ist ein Beitrag der Pfarrgemeinderäte der drei Apostelgemeinden des Heidelberger Südens: St. Peter, St. Paul und St. Johannes. ii

Die Stadtkirche und ihre Pfarreien
Diese Skizze strukturiert die Stadtkirche und Weiterlesen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>14 Pfarreien hat Heidelberg. Aus ihnen soll bis 2015 eine einzige Kirchengemeinde werden: die Stadtkirche Heidelberg. So die Planung. Darauf arbeiten verschiedene Gremien hin. Die folgende „Südskizze“ ist ein Beitrag der Pfarrgemeinderäte der drei Apostelgemeinden des Heidelberger Südens: St. Peter, St. Paul und St. Johannes. <sup>ii</sup></p>
<ol>
<li><span id="more-183"></span><strong>Die Stadtkirche und ihre Pfarreien</strong>
<p>Diese Skizze strukturiert die Stadtkirche und ihre Pfarreien nach den Prinzipien der  Subsidiarität und der Solidarität.<br /> Subsidiarität<sup>iii</sup> bedeutet, dass die Pfarreien so viel Kompetenz und Zuständigkeit, Freiheit und Selbstständigkeit wie möglich bewahren. Die Stadtkirche fördert einerseits die Eigenverantwortung und Eigeninitiative der Pfarreien. Wo die Pfarreien Hilfe brauchen, hilft die Stadtkirche.</p>
<p>Das Leben der Kirche spielt sich personen- und ortsnah ab. <sup>iv</sup></p>
<p>Die Solidarität gründet in der Überzeugung, dass wir als Christen der Stadt Heidelberg zusammengehören. Wenn wir unsere Fähigkeiten und Kräfte bündeln, können wir gemeinsame Ziele verwirklichen. Solidarität verpflichtet die Pfarreien, füreinander einzustehen. &#8220;</p>
</li>
<li><strong>Die Stadtkirche</strong>
<p>Zu den Strukturen, Einrichtungen und Bestimmungen der Stadtkirche – wie Stadt-Pfarrgemeinderat, Stadt-Stiftungsrat, Vorstand, Leiter, Hauptamtlichenteam – liegen Vorschläge der Lenkungsgruppe vor. Außerdem ein Konzept von Norbert Frank vom 16. 5. 2011</p>
</li>
<li><strong>Die Pfarreien</strong>
<p><strong> </strong>Die Stadtkirche baut sich auf<sup>v</sup> aus den derzeit 14 Pfarreien Heidelbergs und Eppelheims.<br /> Ihre Zahl, ihre gegenseitige Zuordnung aber auch ihre internen Strukturen sind in einem starken Wandel begriffen. <sup>vi</sup></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><em>Wer gehört zu einer Pfarrei?</em></span></p>
<p>Die große Mehrheit der Getauften lebt in Distanz zur Kirche. Sie fühlen sich einer Pfarrei nicht dadurch zugehörig, dass sie in den Straßen wohnen, die zur Pfarrei gehören. Umso wichtiger werden die Elemente, die eine innere Bindung an die Pfarrei bewirken: <sup>vii</sup><br /> -  Das Kirchengebäude, das sie mit emotionalen Ereignissen (wie Taufe, Trauung, Tod, aber auch Weihnachten, besondere Segnungen) verbinden. Meist wird es die Kirche sein, in deren Nähe sie wohnen und die ihnen ein Ort der Beheimatung ist.<br /> -  Die Menschen, die sie als Nachbarn kennen, denen sie sich als Stadtteilbewohner zugehörig fühlen; besonders Gemeindemitglieder, zu denen sie persönlich Beziehung haben.<br /> -  Für alle, die regelmäßig<sup>viii</sup> die Eucharistie mitfeiern, wird es die Kirche und Gottesdienstgemeinde sein, in der sie in der Regel an der Eucharistie teilnehmen.<br /> Zu einer Pfarrei gehört, wer in ihrem Bereich wohnt oder wer de facto oder nach eigener Wahl einer Pfarrei sich anschließt, in ihr mitarbeitet, ihre Dienste in Anspruch nimmt. Dieser Zugehörigkeit ist fließend.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><em>Die Dienste der Pfarrei</em></span></p>
<p>Der Lebensmittelpunkt der Pfarrei ist die sonntägliche Feier der Eucharistie. Sie stiftet und bewahrt ihre Einheit. Sie wird durch das Priesterteam garantiert.<sup>ix</sup></p>
<p>In den Pfarreien ist die katholische Kirche ansprechbar vor Ort<sup>x</sup> . Sie gewährleisten das sakramentale Leben. Sie sichern die Kontinuität und bewahren lebendige Traditionen<sup>xi</sup>.</p>
<p>Die Pfarrei lebt vom Engagement der Getauften und Gefirmten<sup>xii</sup>.</p>
<p>Christliches Leben ist bedingt durch personale Nähe<sup>xiii</sup> . Seelsorge kann nur geschehen durch Vertrauen, Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit.</p>
<p>(Beschluss)<br /> <strong>Jede Pfarrei muss wissen, wer „ihr Pfarrer“ ist und welcher hauptberuflich Mitarbeitende für sie da ist<sup>xiv</sup>.</strong></p>
</li>
<li><strong>Die Gemeinden</strong>
<p>Die Stadtkirche Heidelberg ist ein Netzwerk von Gemeinden Getaufter und Gefirmter.<br /> Der Begriff „Gemeinde“ wird meist gleichgesetzt mit Gottesdienstgemeinde oder Pfarrgemeinde. Im Unterschied dazu bezeichnen die Leitlinien der Erzdiözese Freiburg z.B. einen Bibel- oder Familienkreis, eine Caritas- oder Seniorengruppe als Gemeinde. Zu den Gemeinden der Stadtkirche Heidelberg gehören Verbände, Klinik- und Hochschulgemeinden, neue geistliche Gemeinschaften, das Kloster.<sup>xv</sup></p>
<p>Neben diesen längst bekannten und anerkannten Gemeinden entstehen seit einiger Zeit – und diese Entwicklung dürfte sich verstärken – neuartige Zusammenschlüsse.<sup>xvi</sup></p>
<p>„Gemeinschaften unterschiedlichster Art, die als ‚Orte gelebten Glaubens‘ oder als Biotope gelebter Christlichkeit‘ erfahren werden“ bilden die Gemeinden. Wir wollen „diese verschiedenen Sozialformen gelebten Glaubens‘ weiter … fördern, als Knotenpunkte eines Netzwerkes … verstehen.“<sup>xvii</sup>.</p>
<p>Gewährleisten die Pfarreien Kontinuität und Verlässlichkeit, so sorgen die Gemeinden für Gemeinschaft und Lebendigkeit<sup>xviii</sup>.  Die Gemeinden werden die Zukunftsfähigkeit und Lebenskraft der Stadtkirche Heidelberg ausmachen.</p>
<p>Durch die Gemeinden wird die Kirche anschlussfähig an die postmoderne Gesellschaft der Stadt:<br /> -    In ihnen kann der Pluralismus des Christlichen und die Vielfalt der Spiritualitäten gelebt werden; sie können ökumenisch sein.<br /> -    Der Bereich der Gemeinden bietet den Freiraum für neu entstehende Initiativen und Zusammenschlüsse; sie können für eine begrenzte Zeit oder auf Dauer bestehen.<br /> -    Die Gemeinden haben weitgehend Freiheit in der Art und Gestaltung ihres Gemeinschaftlebens und ihrer Leitung<sup>xix</sup>.<br /> Gemeinden kann es innerhalb einer Pfarrei wie auch über die Pfarreien hinaus, also innerhalb der gesamten Stadtkirche geben.<br /> Wie ist bei der großen Freiheit der Gemeinden deren Einbindung und gegenseitige Vernetzung möglich?</p>
<p>a.    geistlich durch die Eucharistie. Es ist gewünscht, dass sich die Gemeinden nach Möglichkeit im Sinne der „tätigen Teilnahme“ (Konzil) einem Ort der Eucharistie und der dortigen Gottesdienstgemeinde zuordnen, damit die Eucharistie ihre einheitsstiftende Wirkung in unserer Stadtkirche entfalten kann.<br /> b.    Vorschlag: Die Gemeinden sind eingeladen, ein „Netzwerk Gemeinden“ <sup>xx</sup> zu bilden. Dies trifft sich in regelmäßigen Abständen zum gegenseitigen Kennenlernen, zum Austausch, zu gemeinsamen Initiativen innerhalb der Stadtkirche.<sup>xxi</sup><br /> Sie „wählen aus ihrer Gruppe Vertreter/innen in den Stadt-PGR (ähnlich wie Verbände in den Dekanatsrat)“<sup>xxii</sup></p>
</li>
<li><strong>Die Gemeindeteams</strong><sup>xxiii</sup>
<p>Gelebt und wirksam wird die Kirche vor allem durch das Engagement der Getauften und Gefirmten , insbesondere, wenn dies in Gemeinschaft geschieht.</p>
<p>(Beschluss) <br /><strong>Das erfordert, dass alle, die sich freiwillig kirchlich engagieren,</strong><br /> <strong> -    nur wo unbedingt nötig von Entscheidungen anderer abhängig sind, sondern möglichst eigenverantwortlich, selbstständig und mit eigenen Initiativen handeln können,</strong><sup>xxv</sup><br /> -    nicht dort eingesetzt werden, wo gerade jemand gebraucht wird, sondern sich so einsetzen, wie es ihren Neigungen und Fähigkeiten und damit ihren „Geistesgaben“ und ihrer „Berufung“ entspricht;<br /> -    nicht überfordert werden oder sich selbst überfordern, sondern selbst das Maß und die Grenzen ihres Tuns bestimmen.</p>
<p>(Beschluss) <br /><strong>In jeder Pfarrei bildet sich ein Gemeindeteam. In ihm sind vertreten:</strong><br /> <strong>Personen, Gruppen und Initiativen, welche die Grunddienste der Kirche wahrnehmen:</strong><br /> -    die Gemeinschaftsbildung, das Miteinander und die Vernetzung (koinonia)<br /> -    die Glaubensvermittlung: Sakramentenkatechese, Sorge für Lebendigkeit und Wachstum des Glaubens, Erstevangelisierung. (martyria)<br /> -    die Liturgie: Sorge, dass die eigene Kirche ein Ort des Gebetes und verschiedener gemeinsamer Gottesdienst bleibt. <sup>xxvi</sup> (leiturgia)<br /> -    der Geschwisterdienst (diakonia)</p>
<p>(Beschluss) <strong><br />Dabei ist möglichst sicherzustellen, dass für jeden der Grunddienste eine zuständige Person benannt bzw. gewählt wird. Die Zuständigen sind für ihren Bereich verantwortlich, sie koordinieren, animieren, gewinnen Mitarbeitende, sind Ansprechpartner und vernetzen mit anderen Gruppen und Aktivitäten.</strong></p>
<p>Dies ist primär Sendung der Getauften und Gefirmten. <strong>Die Hauptberuflichen wirken dabei subsidiär mit</strong>. Sie sind verantwortlich, dass das Unverzichtbare geschieht – wie z.B. Sakramentenkatechese, Beerdigungen. Darüber hinaus unterstützen und inspirieren sie die Tätigkeiten der Getauften und Gefirmten.</p>
<p>Das Gemeindeteam kann von Pfarrei zu Pfarrei verschiedene Schwerpunkte setzen und unterschiedlich arbeiten je nachdem, welche Aufgaben sich stellen und welche Personen mit welchen Interessen und Fähigkeiten da sind. Es kann und soll nur das und so viel tun, als Kräfte vorhanden sind. Niemand soll überfordert werden.<sup>xxvii</sup></p>
<p>(Beschluss) <strong><br />Da es in den einzelnen Pfarreien sehr unterschiedlich ist, wie viele Personen und Gruppen im Bereich der Grunddienste engagiert sind, sollte die Zahl der Mitglieder des Gemeindeteams nicht einheitlich festgelegt sein </strong><sup>xxviii</sup><strong>.  Zur Einbindung in die Stadtkirche genügt, dass </strong><br /> <strong>a. die vom Gemeindeteam gewählte Leitung vom PGR bestätigt wird und </strong><br /> <strong>b. eine Person aus dem Seelsorgeteam dazugehört. </strong><br /> <strong>c. mindestens eine Person des Gemeindeteams Mitglied im PGR ist.</strong></p>
<p><strong>Das Gemeindeteam entscheidet in allem, was die eigene Pfarrei betrifft. In Fragen, die für die ganze Stadtkirche einheitlich geregelt werden müssen, ist es gebunden an Beschlüsse des PGR.</strong></p>
</li>
<li><strong>Die Ressourcen<br /></strong>
<p>(Beschluss)<br /> <strong>Im Sinne der Subsidiarität ist es notwendig, dass die Sorge um Kirche, Häuser, Vermögen und örtliches Personal – so weit wie in der neuen Struktur möglich &#8211; vor Ort wahrgenommen wird</strong>. Gerade in diesem Bereich engagieren sich Menschen sehr, weil sie sich mit „ihrer Kirche“ identifizieren, ein großes Verantwortungsbewusstsein haben, nicht selten ihr Herzblut hineingeben. Diese Menschen kann der Stiftungsrat der Stadtkirche beim Umfang seiner Aufgaben nicht ersetzen. Viele Engagierte würden nicht mehr gebraucht, besonders hervorragende Praktiker, denen Gremienarbeit nicht liegt.</p>
<p>Für diese ist wichtig, dass sie Verantwortung und Entscheidungsbefugnis haben.</p>
<p>Der Stiftungsrat gibt ihnen deshalb einen großzügigen Rahmen und Haushalt für ihr Engagement.</p>
</li>
<li><strong>Die Hauptberuflichen</strong><sup>xxix</sup>
<p>Sie sind für die Menschen da, suchen ihre Nähe, orientieren sich in ihrer Pastoral und auch hinsichtlich der Strukturen an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen.<br /> <strong></p>
<p>a.    Die Priester</strong><sup>xxx</sup><strong> und das Priesterteam </strong></p>
<p>(Beschluss)<strong><br />Der Leiter der Stadtkirche soll nicht Vorsitzender von Verwaltungsgremien sein, damit er die ihm aufgegebene Leitung des seelsorgerlichen Wirkens  in der Stadtkirche uneingeschränkt wahrnehmen kann.</strong></p>
<p><strong>Die in der Stadtkirche tätigen Priester sollten gleichberechtigte Pfarrer „in solidum“ sein. </strong><sup>xxxii</sup></p>
<p>Auch wenn sie den Gläubigen der ganzen Stadtkirche bekannt sein sollten und deshalb hin und wieder in verschiedenen Pfarreien tätig sein können, so sind sie doch primär einer bestimmten Pfarrkirche (in der Regel wohl mehreren) mit der Pfarrei und ihren Gemeinden zugeordnet. Dort leiten sie die eucharistische Versammlung und spenden die Sakramente.<br /> Dabei gilt: Kein Sakrament ohne Verkündigung. <sup>xxxiii</sup> Kein Sakrament ohne nachhaltige Beziehung. <sup>xxxiv</sup> Auf diese Weise bleiben die Priester im Umfeld der Sakramente Seelsorger, bauen Gemeinde auf und leiten sie geistlich.</p>
<p><strong>b.    Die hauptberuflich Mitarbeitenden</strong><br /> Solidarisch mit den Getauften und Gefirmten begleiten sie diese in der Entdeckung und Entfaltung und im Einsatz ihrer Gaben in Familie, Kirche und Gesellschaft. Sie bestärken und inspirieren sie.</p>
<p>Sie fördern Zusammenarbeit und Vernetzung.<br /> Sie nehmen Leitung wahr in Teilbereichen des kirchlichen Lebens, z.B. im Gemeindeteam; in subsidiärer Weise: indem sie andere zur Leitung befähigen und fördern und wo notwendig, selber Leitung übernehmen.</p>
<p>Auf diese Weise gestalten sie maßgeblich das Leben in den Pfarreien und in der Stadtkirche.<br /> Sie übernehmen ihrer Eignung und Neigung entsprechend kategoriale Aufgaben. Auf ihre Verortung in den Pfarreien ist zu achten.</p>
</li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Anmerkungen:</em></p>
<p><sup>i</sup> vorgelegt vom Gesamtpfarrgemeinderat der drei Apostelgemeinden<br /> in Heidelberg-Süd</p>
<p><sup>ii </sup><strong>Wichtig für das Verständnis:</strong><br /> Drei Arten von Texten sind zu unterscheiden:</p>
<ol>
<li> Die fettgedruckten Sätze wurden im Wortlaut vom GesamtPGR am 30. 6. 2011 formuliert und nahezu einstimmig beschlossen. Sie sind eine Eingabe an das Steuerungsteam und an die Mitglieder der AG Pastoral und AG Ressourcen.</li>
<li> Der Gesamttext ist ein Gesprächsbeitrag des Heidelberger Südens; die Inhalte stehen zur Diskussion.</li>
<li> Um den Text nicht zu lang werden zu lassen, sind die Begründungen als Endnoten eingefügt. Hier finden sich auch Stimmen derzeit einschlägiger Autoren zu den angesprochenen Fragen.</li>
</ol>
<p><sup>iii</sup> „Man muss darauf achten, dass die kleineren Einheiten überall zum Zug kommen, und zwar nach dem Subsidiaritätsprinzip: Das, was sie leisten können, das sollen sie selber leisten, wo sie Hilfe brauchen, muss die größere Gemeinschaft helfen.“ Kardinal Lehmann, Interview zu seinem 75. Geburtstag<br /> Der Nestor der katholischen Soziallehre, Oswald von Nell-Breuning SJ beschreibt Subsidiarität so: „Das Prinzip proklamiert die Hilfe der Gemeinschaft für ihre Glieder als &#8220;Pflicht&#8221; (&#8220;subsidiarium officium&#8221;!) und fordert näherhin, diese Hilfe solle wirklich echte Hilfe, hilfreiche Hilfe ein, dürfe das Glied nicht bevormunden oder entmündigen, solle ihm vielmehr zur vollen Entfaltung seiner gottgeschenkten Anlagen und Kräfte helfen, und darum solle die Hilfe so viel wie möglich Hilfe zur Selbsthilfe sein. Als Zuständigkeitsregel leitet sich daraus das sogenannte &#8220;Recht der kleinen Lebenskreise&#8221; ab: Was der engere und daher nähere Lebenskreis seinen Gliedern leisten kann, soll der weitere und höhere Lebenskreis (die &#8220;höhere Instanz&#8221;) ihm nicht entziehen, sondern ihm überlassen und ihm dabei behilflich sein, weil auf diesem Weg dem hilfsbedürftigen Glied mehr Selbstbeteiligung ermöglicht, nicht so viel Fremdhilfe als vielmehr das Höchstmaß an Hilfe zur Selbsthilfe gewährt wird.“ Aus: Stimmen der Zeit 3/1986</p>
<p><sup>iv</sup> In Herder Korrespondenz Spezial, 1-2011, Pastoral im Umbau, zieht sich diese Forderung durch die Beiträge der meisten Autoren.</p>
<p><strong>Im Folgenden zitiert: HKS</strong></p>
<p>Für Sabine Demel ist „Kirche vor Ort“ ein Leitwort und bedeutet für sie „Heimatbezogenheit“. HKS S. 13</p>
<p>Jürgen Werbick sieht es unter dem Aspekt des Zeugnisses: „Der Dienst des Zeugnisses geschieht konkret, möglichst im personalen Nahraum, wo Glaubwürdigkeit leibhaft erlebt und befragt werden kann.“ HKS S. 15</p>
<p>Christian Henneke nennt es „lebensraumorientierte Kirche in der Nachbarschaft“. HKS S. 23: „In den Stadtteilen wachsen kleine Gemeindebildungen, die sich Sorgen und Nöte der Menschen vor Ort zu eigen machen.“ HKS S. 20</p>
<p><sup>v</sup> Sie sind – in Abwandlung von 1 Petr 2,5 &#8211; lebendige Steine eines geistigen Hauses</p>
<p><sup>vi</sup> Aus kirchenrechtlicher Sicht (c.515 §1 CIC) ist die Pfarrei eine „primär personale Gemeinschaft“. Das „entscheidende Motiv für die Errichtung, Veränderung oder Aufhebung einer Pfarrei“ ist und muss das sein, „was der Gemeinschaft der Gläubigen dient… Es muss um die Ermöglichung und um die Verbesserung von Lebensräumen zum Glauben und Glaubensräumen zum Leben geben.“ Sabine Demel, HKS S. 11</p>
<p><sup>vii</sup> Für Dekan Jung, Mannheim, verbindet sich mit dem Motto des Katholikentages 2012 die Frage: „Wie kann die Kirche den Menschen von heute wieder zur Heimat werden?“ RNZ 22./23. Juni 2011 S. 38</p>
<p><sup>viii</sup> „regelmäßig“ hat die Spannbreite von täglich, sonntäglich, weihnachtlich, an Lebenswenden</p>
<p><sup>ix</sup> Die Wünsche nach mehreren Eucharistiefeiern zu verschiedenen Zeiten, mit unterschiedlicher Gestaltung, für Zielgruppen wird am Sonntag immer weniger möglich sein. Die eucharistische Einheit aller in der Pfarrei sollte den Vorrang haben. Unterschiedliche Gottesdienstzeiten und Zielgruppengottesdienste sollten auf der Ebene der Stadtkirche berücksichtigt werden.</p>
<p><sup>x</sup> „Erkennbarkeit, Erreichbarkeit und Zugänglichkeit sind die notwendigen Kategorien einer Kirche, die, wie sehr zu Recht gefordert wird, vor Ort präsent bleibt, sich aussetzt und anbietet.“und: ‘Pastoral‘ meint „konziliar die kreative, handlungsbezogene Konfrontation von Evangelium und konkreter Existenz an einem konkreten Ort“. Rainer Bucher, HKS S.7</p>
<p><sup>xi</sup> Menschen suchen „eine gemeinschaftliche Identität und Zugehörigkeit …, &#8211; Heimat in der unruhigen und sich ständig wandelnden Wirklichkeit der Welt, … eine Zuflucht, aber auch ein Ort, an dem Zugang zur Tradition gefunden werden kann.“ Christian Henneke, Glänzende Aussichten S. 242</p>
<p><sup>xii</sup> Da „alle Glieder in der Kirche durch die Taufe zur Mitwirkung an der kirchlichen Sendung in Verkündigung, Heiligung und Leitung befähigt und damit auch berechtigt wie verpflichtet sind (cc. 204 §1; 211; 216 CIC) … muss jede Pfarrei so ausgestaltet werden, dass es in ihr eine Vielzahl von Akteuren, Aktivitäten und Aktionsräumen gibt, die nicht nebeneinander existieren, sondern miteinander vernetzt sind und durch mindestens einen Priester zu einer Einheit zusammengeführt werden.“ Sabine Demel HKS S. 11</p>
<p><sup>xiii</sup> Das in Heidelberg viel beachtete Beispiel Poitiers: „Im Mittelpunkt steht dabei der Versuch, die gewünschte Nähe zu den Menschen sicherzustellen“. (Klaus Nientiedt, Kopernikanische Wende in der Kirche, Konradsblatt Nr. 23, 2011</p>
<p><sup>xiv</sup> Nur so können die negativen Folgen vermieden werden, vor denen der Wiener Pastoraltheologe Paul Michael Zulehner vor zwei Jahren in einer Studie über österreichische Pfarrer gewarnt hat:<br /> Die Pfarrer sind nicht grundsätzlich gegen neue größere pastorale Organisationsräume &#8211; sie schätzen größere Räume für bestimmte Aufgaben (79 Prozent); zugleich halten sie aber die lokale Gemeinde für unverzichtbar (91 Prozent). In den einzelnen lokalen Gemeinden sollte auch jeden Sonntag Eucharistie gefeiert werden können. Rund zwei Drittel der befragten Pfarrer meinen, dass sich durch die Bildung von größeren Pfarrverbänden die Kirche immer mehr von den Menschen entferne. 100 Prozent der befragten Pfarrer sagten, sie wollten als Pfarrer vor allem Seelsorger sein. Der Wandel im Berufsbild vom Seelsorger zum pastoralen Großraummanager wird von den Pfarrern nicht gesucht und gewünscht, sondern erlitten. Er gilt nicht als Gewinn, sondern als schwerwiegender Verlust, der demotiviert. Zulehner spricht von „dramatischem Ausbluten der Substanz der Pfarrerrolle“</p>
<p><sup>xv</sup> M.E. wird sich dieser Begriff von „Gemeinde“ nicht durchsetzen, da er zu sehr von der bisherigen Verwendung des Begriffes abweicht und zu Missverständnissen führt. Sabine Demel schlägt vor, die kleinste Einheit von Gläubigen als „Gruppe“ zu bezeichnen, größere Einheiten von Dauer und „Mehrdimensionalität des christlichen Auftrags“ als „Gemeinschaft“ und von „Gemeinden“ dort zu sprechen, wo mehrere Gemeinschaften vernetzt sind und die drei Grundvollzüge Verkündigung, Heiligung und Diakonie vorhanden sind. HKS S. 13</p>
<p><sup>xvi</sup> Im Anschluß an die Überlegungen von Zygmund Bauman von der „verflüssigten Moderne“ spricht Pede Ward von der Entwicklung zur „liquid church“. „Konstitutive Elemente einer solchen dynamischen Kirchenlandschaft sind dann die Vielfalt von Orten des Kircheseins, in denen unterschiedliche Kommunikationsstrukturen und Zugehörigkeiten, unterschiedliche Dichte der Gemeinschaftserfahrung, unterschiedliche Spiritualitätsstile, unterschiedliche Leitungsstrukturen und unterschiedliche Gottesdienstformen nebeneinander stehen.“ Christian Hennecke, a.a.O. S. 241ff</p>
<p><sup>xvii</sup> So nach den Pastoralen Leitlinien der Erzdiözese Freiburg 7.1., S. 44f</p>
<p><sup>xviii</sup> Zum jeweils Spezifischen von Pfarrei und Gemeinde:<br /> Pfarrei: „Die Kirche braucht … jene Orte, die sie gerade in Neuzeit und Moderne so virtuos bespielt hat, die jetzt aber deutlich an Auszehrung leiden, jene pastoralen Orte, die von traditioneller Gemeinschaftsbildung leben, etwa die Pfarreien.“<br /> Gemeinde: „Der eigenen flüssigen Realität unter liquiden Kontextbedingungen wäre es angemessener, situativ, also im doppelten Index von Ort und Zeit, und dabei aufgabenorientiert zu denken und auf dieser Basis dann flexible Sozialformen seiner selbst zu entwickeln und dies in einem offenen Such- und permanenten Evalutationsprozess.“<br /> Pfarrei + Gemeinden: „Gemeinschaft ist auch im religiösen Feld nirgendwo mehr etwas Vorgegebenes, sondern etwas sich stets neu Bildendes und zu Begründendes, die konkrete Bedeutsamkeit des Glaubens ist auch in den Pfarreien nur in einem offenen Prozess zu entdecken.“ Rainer Bucher, HKS S. 8</p>
<p><sup>xix</sup> Zur Fragwürdigkeit einer Pastoral vorgefertigter Pläne und Ziele ist bedenkenswert, was der Philosoph Richard David Precht (im Kontext „Schule“) vertritt: „Normalerweise wird einem das Visionäre … ausgetrieben… Sie haben sich an vorgefertigte Pläne zu halten, zu möglichst hundert Prozent. Sie dürfen nicht … sagen: Ich bin gespannt, was heute herauskommt. Sondern die Ziele müssen sie vorher definieren, und dann kommt es darauf an, dass sie diese Ziele erreichen. Das ist das Gegenteil von dem, was … interessant ist. Ich lerne, wenn meine Neugier gefördert wird. Wenn das Ziel feststeht, kommt es auf mich nicht an.“</p>
<p><sup>xx</sup> „Der Anspruch, weiterhin Kirche vor Ort zu sein (das bedeutet Heimatbezogenheit) und zugleich die pastoralen Räume zu weiten, gerät nur dann nicht in Widerspruch, wenn die Pfarrei künftig als ein Netzwerk verstanden wird, das auf die Entwicklung unterschiedlicher Ausdrucksformen des Kircheseins sowie deren Verknüpfung miteinander angelegt ist.“ Sabine Demel HKS S. 13<br /> „Unter den Bedingungen des religiösen Marktes wird die katholische Kirche viele differenzierte, vernetzte und konkurrenzfrei agierende Orte brauchen, wo sie sich ihrer pastoralen Aufgabe, der konkreten und kreativen Konfrontation von Evangelium und Existenz, stellt. Die zentralen Merkmale vernetzter sozialer Strukturen sind die grundsätzliche Gleichrangigkeit der Vernetzungsknoten, die aufgabenbezogene Vernetzungsflexibilität und die weitgehende Vernetzungsautonomie, also das weitreichende Recht der einzelnen Orte, die eigenen Vernetzungsstrukturen selbst zu knüpfen und zu lösen.“ Rainer Bucher, HKS S. 8</p>
<p><sup>xxi</sup>„Kirche wird auch morgen (noch) am Ort erfahrbar sein können, wenn die verschiedenen Gemeinschaftsformen des Gottesvolkes bereit und fähig werden, einander zu begegnen, Erfahrungen auszutauschen, einander zu ermutigen, auf den Weg zu helfen und auf dem richtigen Weg zu halten.“ Sabine Demel HKS S. 13<br /> Nach Auffassung von Matthias Sellmann „wird die katholische Kirche viele differenzierte, vernetzte und konkurrenzfrei agierende Orte brauchen.“ „Die zentralen Merkmale vernetzter sozialer Strukturen sind die grundsätzliche Gleichrangigkeit der Vernetzungsknoten, die aufgabenbezogene Vernetzungsflexibilität und die weitgehende Vernetzungsautonomie, also das weitreichende Recht der einzelnen Orte, die eigenen Vernetzungsstrukturen selbst zu knüpfen und zu lösen.“ Rainer Bucher, HKS S. 8f</p>
<p><sup>xxii</sup> Aus: „Mögliche Struktur der Stadtkirche HD &amp; Eppelheim“</p>
<p><sup>xxiii</sup> Nach der neuen Definition von „Gemeinde“ müsste es hier eigentlich „Pfarreiteam“ heißen.</p>
<p><sup>xxiv</sup> Die Bezeichnung „Getaufte und Gefirmte“ ist nicht exklusiv gemeint (dass etwa ein noch nicht Gefirmter sich weniger engagieren könnte); sie will die Befähigung, Berechtigung und Verpflichtung zur Mitwirkung an der Sendung der Kirche betonen. Vgl. Endnote X</p>
<p><sup>xxv</sup> „Es ist sicher jedenfalls notwendig, dass man die Ehrenamtlichen anerkennt, dass man jemandem vertrauensvoll eine gewisse Eigenständigkeit einräumt, nicht das er bei allem fragen muss, was er macht, besonders, wenn er schon Kenntnisse hat.“ Kardinal Lehmann, Interview zu seinem 75. Geburtstag</p>
<p><sup>xxvi</sup> Zu Beginn des 3. Jahrtausends schlug Papst Johannes Paul II „Schulen des Gebets“ in den Gemeinden vor, wo Bitten und Danken, Anbetung und Betrachtung geschieht; nach Möglichkeit auch Laudes und Vesper. („Novo millenio ineunte“ Nr. 33 und 34)</p>
<p><sup>xxvii</sup> „Seelsorge wäre dann nicht mehr überall nach dem gleichen Einheitsmodell zu gestalten und auch nicht mehr überall als Gesamtpaket anzubieten, sondern differenziert nach den konkreten Erfordernissen und den vorhandenen personalen Ressourcen und Kompetenzen.“ Sabine Demel, HKS S. 12</p>
<p><sup>xxviii</sup> Im Unterschied zur Konzeption von Norbert Frank: „Das Team setzt sich zusammen aus 3 – 6 (je nach Größe der PG) gewählten Laien und mindestens einem Hauptamtlichen.“</p>
<p><sup>xxix</sup> Sabine Demel unterscheidet zwischen „Hirtensorge“ der Priester, die neben der Leitung auch „den religiös-geistlichen Aspekt, Jesus Christus, das Haupt der Kirche, zu vergegenwärtigen“, beinhaltet und der „Seelsorge“, die allen Hauptberuflichen aufgetragen ist. HKS S. 11</p>
<p><sup>xxx</sup> Ihnen kommt „die Einheit und Ganzheit des dreifachen Dienstes Jesus Christi (Verkündigung, Heiligung, Leitung) zu.“ Sie „sollen und müssen die mit ihrem Leitungsamt verbundenen Dienste und Ämter nicht alle selbst ausüben, wohl aber sollen und müssen sie für die Gewährleistung, Ausführung, Ordnung und Aufsicht aller einzelnen Dienste und Ämter der Verkündigung, Heiligung und Leitung in ihrem Kompetenzbereich die (Letzt- beziehungsweise Gesamt-) Verantwortung tragen und alle einzelnen Dienste und Ämter zu einer Einheit zusammenführen, wie sie in der Eucharistie als Vorbild, Quelle und Gipfelpunkt sakramental, also wirkmächtig zum Ausdruck kommt.“ Die Priester sollen „die Hirtensorge nicht so verstehen, dass sie alles allein machen wollen, sondern vielmehr so, dass sie als Hirten bei den ihnen anvertrauten Gläubiger möglichst viele Seelsorgstätigkeiten wecken, diese fördern, koordinieren sowie für ihre evangeliumsgemäße Ausrichtung sorgen.“ Sabine Demel, HKS S. 11</p>
<p><sup>xxxi</sup> s. Anmerkung 22</p>
<p><sup>xxxii</sup> Das Kirchenrecht sieht vor: „Wo die Umstände es erfordern, kann die Hirtensorge für eine oder für verschiedene Pfarreien zugleich mehreren Priestern solidarisch übertragen werden, jedoch mit der Maßgabe, dass einer von ihnen Leiter des seelsorgerlichen Wirkens sein muss, der nämlich die Zusammenarbeit zu leiten und dem Bischof gegenüber zu verantworten hat“ (c 517 §1 CIC). Es handelt sich „um eine Gemeinschaft von gleichberechtigten Priestern in einer Pfarrei. Dabei muss einer dieser Priester die Hirtensorge „leiten“ (lateinisch: moderari) im Sinne von lenken beziehungsweise dirigieren/moderieren… Diese Autonomie in der konkreten Ausgestaltung der Hirtensorge eröffnet die Möglichkeit, dass das Priesterteam die wahrzunehmenden Aufgaben nach örtlichen, sachlichen und persönlichen Gesichtspunkten untereinander aufteilt.“ Sabine Demel HKS S. 12</p>
<p><sup>xxxiii</sup> Nicht nur innerhalb der Liturgie, sondern besonders im persönlichen Gespräch, bei dem sie die Biographie der Menschen im Licht des Evangeliums auf das Sakrament hin deuten.</p>
<p><sup>xxxiv</sup> Wie den Menschen wichtig ist, wer sie getraut, ihre Kind getauft hat usw., so sollten die Priester sich besonders verbunden wissen mit und zugänglich sein für die Menschen, mit denen sie sakramental in Beziehung getreten sind.</p>
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		<title>Darüber diskutiert man in der Diözese Würzburg</title>
		<link>http://www.kirche-innovativ.de/allgemein/daruber-diskutiert-man-in-der-diozese-wurzburg/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Jul 2011 15:02:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kurt faulhaber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie wird die Kirche wieder glaubwürdig?
Ein Positions- und Diskussionspapier aus der Sicht einer Gemeindeseelsorgers
Ein Pfarrer – Stefan Kömm, Niederwerrn – hielt dieses Referat im Dekanatsrat. Ein Positions- und Diskussionspapier aus der Sicht einer Gemeindeseelsorgers.
Inzwischen wird es in weiten Kreisen diskutiert.
Stefen Kömm stellte es für kirche-innovativ zur Verfügung. Diskutieren Sie mit!
Zur Bedeutung der Fragestellung
„Wie glaubwürdig ist Weiterlesen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Wie wird die Kirche wieder glaubwürdig?</h2>
<h4>Ein Positions- und Diskussionspapier aus der Sicht einer Gemeindeseelsorgers</h4>
<p>Ein Pfarrer – Stefan Kömm, Niederwerrn – hielt dieses Referat im Dekanatsrat. Ein Positions- und Diskussionspapier aus der Sicht einer Gemeindeseelsorgers.<br />
Inzwischen wird es in weiten Kreisen diskutiert.<br />
Stefen Kömm stellte es für kirche-innovativ zur Verfügung. Diskutieren Sie mit!</p>
<p><span id="more-171"></span><strong>Zur Bedeutung der Fragestellung</strong><br />
„Wie glaubwürdig ist die Kirche?“ Die Antwort auf diese Frage ist eigentlich sehr einfach und zugleich sehr erschreckend: Die Katholische Kirche ist die derzeit unglaubwürdigste Institution in Deutschland.</p>
<p>Wenn man die Deutschen fragt, welchen Institutionen sie Vertrauen schenken, wer für sie „glaubwürdig“ ist, dann war bisher immer klar, wer nicht darunter war: Banken, Industriekonzerne und politische Parteien. Sie landeten ganz hinten in den Ranglisten. Doch diese rote Laterne haben sie nun weitergereicht:</p>
<p>In der jüngsten Befragung hat die Hamburger Stiftung Wirtschaftsethik erstmals die beiden großen Kirchen in die Liste der abgefragten Institutionen aufgenommen &#8211; mit verheerendem Ergebnis für die katholische Kirche, sie landete auf dem letzten Platz. Selbst die eigenen Mitglieder schenken ihr weniger Vertrauen als der evangelischen Kirche, die im Mittelfeld liegt.<sup>i</sup></p>
<p>Diese Glaubwürdigkeitskrise nur auf den Missbrauchsskandal des letzten Jahres zurückzuführen, wäre allerdings zu kurz gegriffen. Es ist alarmierend, wenn eine Untersuchung wie die große Online-Studie „Perspektive Deutschland“ schon vor fünf Jahren zu dem Ergebnis gekommen ist, dass nicht einmal 45Prozent der Deutschen Vertrauen in die katholische Kirche haben. Nach den Missbrauchsskandalen des letzten Jahres hat sich dieser Wert nun noch einmal rapide verschlechtert. Aber eigentlich verliert die Kirche schon seit Jahren das, was sie am meisten braucht: Ihre spirituelle Leuchtkraft. Wie kann sie Glauben vermitteln, wenn sie selbst nicht mehr glaubwürdig ist?</p>
<p>Die Frage nach der Glaubwürdigkeit stellt sich auf allen Ebenen: vom Papst über die Bischöfe zu den Priestern und den Gemeindemitgliedern. Dabei geht es um ein geistliches Grundanliegen: um die Übereinstimmung von Glauben und Leben, von Worten und Taten. Dass wir auch wirklich leben, was wir verkünden &#8211; daran hängt alles.<sup>ii</sup></p>
<p>Der Isenheimer Altar hat mit dem berühmten Finger des Johannes des Täufers, der auf den gekreuzigten Christus zeigt, ein Grundbild dessen gefunden, was Kirche eigentlich ist. Sie ist Zeigefinger, Hinweis, wie das Konzil sagt: „Zeichen und Werkzeug“. Die Kirche ist weder selbst unangefochtener Gegenstand der Glaubwürdigkeit, noch ist sie Herstellerin der Glaubwürdigkeit, sondern ihre Aufgabe besteht darin, auf die Glaubwürdigkeit Gottes hinzuweisen und sie zu bezeugen. Gott ist glaubwürdig. Das Evangelium ist glaubwürdig.</p>
<p>Die Kirche hat in ihrer Verkündigung und in ihrer Lehre von Anfang an über Dinge und Dimensionen gesprochen, die größer und wichtiger und wahrer sind als sie selbst. Vom ersten Tag der Christenheit an ist das Evangelium selbst überzeugender und glaubwürdiger gewesen als die Menschen, die es weitererzählt haben. Anders wäre der breite Strom von Erinnerungen in den Evangelien nicht zu erklären, nach denen Jesus offensichtlich selbst immer wieder an der Unglaub</p>
<p>Würdigkeit seiner Jünger verzweifelt. Wie oft beklagt er ihren kleinen Glauben! Wie oft muss er Petrus aus den Fluten retten! Das Grundbild der Kirche heißt: Die Kirche lebt von der Glaubwürdigkeit des Evangeliums, nicht umgekehrt. Der Bezeugung der Glaubwürdigkeit Gottes in der Welt und vor den Menschen hat die Kirche zu dienen.<sup>iii</sup></p>
<p>Zugleich wird so auch deutlich, was Menschen in der Kirche an Unglaubwürdigkeit entfalten können: Die Kirche kann sich aus dieser Rolle des Hinweisens und Bezeugens hinaus bewegen und sich gleichsam vor das glaubwürdige Evangelium stellen. Die Zeugen und Zeuginnen der Kirche können das Evangelium sozusagen unsichtbar machen, indem sie sich selbst zu breit machen. Denn klar ist: Eine missbrauchende, eine machtgierige, eine gleichgültige, eine nachlässige, eine banale, eine korrupte, eine erstarrte usw. Kirche bzw. eben solche Vertreter dieser Kirche können die Glaubwürdigkeit des Evangeliums unsichtbar machen. Menschen können durch unverantwortliches Handeln Gottes Evangelium so verstellen, dass es nicht mehr zu sehen ist. Unangemessenes &#8220;kirchliches Bodenpersonal&#8221; kann die Glaubwürdigkeit des Evangeliums erheblich beschädigen. <sup>iv</sup></p>
<p>Dasselbe gilt aber auch für Strukturen. Auch kirchliche Regelungen, Gesetze, Vorgaben und Umgangsformen können das Evangelium verstellen. Dann muss man auch sie in Frage stellen. Nach dem Memorandum war jetzt öfter zu hören: „Diese Strukturdebatten lösen auch nicht die Glaubenskrise in unserem Land!“ Das stimmt. Aber wo Strukturen das Evangelium verdunkeln, ist es nicht nur sinnvoll, sondern sogar absolut notwendig über Strukturen zu diskutieren. Denn auch da geht es letztlich um Glaubwürdigkeit, die Voraussetzung dafür ist, dass man letztlich Gott glaubt, an Gott glaubt.</p>
<p>Darum geht es bei der Frage nach der Glaubwürdigkeit nicht um eine Randfrage, so als könnten wir wieder zum Tagesgeschäft übergehen, auch wenn „die da draußen“ nichts mehr von uns halten. Wenn Kirche nicht Selbstzweck ist, sondern Hinweiserin, dann geht es hier um einen zentralen Aspekt unseres Wesens. Dazu kommt: Dem Evangelium ist zu allen Zeiten auch widersprochen worden. Wo das geschieht, wo Menschen die Botschaft bewusst ablehnen, darf die Kirche getrost „den Staub von den Sandalen schütteln“ und zum nächsten Ort der Verkündigung weiterziehen. Ein Skandal ist aber, wenn die Kirche selber in ihrem Auftreten dem Kern der Frohen Botschaft widerspricht, wenn Menschen sie ablehnen, weil sie zu wenig vom Evangelium in der Institution und den Menschen, die sie repräsentieren, wiederfinden. Wer diese Ablehnung mit dem Unglauben des einzelnen abtut, verletzt nicht nur den, der nicht glauben kann, sondern auch die Treue zum Evangelium.</p>
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